Prof. Dr. med Rainer Weber Arzt für HNO-Heilkunde | Nasennebenhöhlen  |  Allergologe  |  Plastische Operationen

Erkrankungen der Nase und Nasennebenhöhlen (Seite 4)

Diagnostik

Als wichtigstes Diagnoseverfahren ist zunächst die Erhebung der Krankengeschichte zu nennen. Gleich bedeutend ist die Nasen- und Nasennebenhöhlenendoskopie. Bei der Diagnostik der akuten Rhinosinusitis treten alle anderen Diagnoseverfahren in den Hintergrund. Ergänzend kann eine Ultraschalluntersuchung erfolgen. Bei der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung ist die Computertomographie Goldstandard. Ergänzende Verfahren sind die Durchflussmessung durch die Nase (Rhinomanometrie), Allergieteste, Riechteste, nur in Einzelfällen die Kernspintomographie.

Therapie

Sinnvolle Basistherapie bei akuten Erkältungskrankheiten:

  • warme Fußbäder (42° C für 10 Minuten – Thermometer!) 

  • Erkältungstees trinken

  • Zuckerfreie Bonbons oder Pastillen lutschen (bei Halsschmerzen und Husten), z.B. Emser Pastillen

  • Kleine Schlucke trinken bei Husten – man kann nicht parallel schlucken und husten

  • Bei Schnupfen mit verstopfter Nase können natürliche Nasensprays oder Nasentropfen helfen

  • Feuchtwarme Inhalation für die betroffene Nasenschleimhaut mit 45°-50° C warmem Wasser (Temperatur im Behälter; die Temperatur in der Nase soll 43° C erreichen)

  • Nase spülen mit Emser-Salzlösung: (siehe hierzu einen Film über Nasenspülung am Nasenmodell mit einem herzlichen Dank an Frau Dr. Janna Schulte Overberg und Frau Dr. Franziska Nordström für ihre Hilfe)
     

Als Wirkmechanismus der Nasenspülung wird die Verbesserung der Schleimhautfunktion angenommen durch

  • die direkte physikalische Reinigung durch das Ausspülen von zähem Schleim, Krusten, Debris, Allergenen, Luftschadstoffen etc,

  • die Entfernung von Entzündungsmediatoren,

  • das Abpuffern saurer Entzündungsprodukte und 

  • die Verbesserung der mukoziliaren Clearance durch Verbesserung der Flimmerschlagfrequenz.

Die vorliegenden wissenschaftlichen Studien zur Therapie und Prävention der akuten Rhinosinusitis mittels Nasenspülung mit Salzlösungen deuten auf eine Wirksamkeit bei der akuten Rhinosinusitis des Erwachsenen (Evidenzlevel Ia, Empfehlungsgrad A), eine Wirksamkeit bei der akuten Rhinosinusitis des Kindes in Ergänzung zur üblichen Medikation (Evidenzlevel Ib, Empfehlungsgrad A) und einen präventiven Effekt bei Infektneigung hin.
Bei der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung (Evidenzlevel Ia, Empfehlungsgrad A) und auch nach einer Operation wird die Nasenspülung klar empfohlen und von etwa 85 Patienten entsprechend einer eigenen Untersuchung als sehr angenehm bewertet. 

Wichtig ist, dass eine gute Durchspülung der Nasenhöhle und der Nebenhöhlen nur dadurch zu gewährleisten ist, wenn ein ausreichendes Volumen (über 250 ml) in die Nase eingebracht wird. Nur so kann ein umfassend reinigender, befeuchtender und abschwellender Effekt erzielt werden. Eine solche effiziente Spülung ist nur mit einer Nasendusche zu erreichen, die abgeschlossen und komprimierbar ist. Damit sind andere Gefäße wie eine Nasenspülkanne oder eine starre Nasendusche aus Sicht des Autors nicht geeignet und nicht empfehlenswert, auch wenn Sie durch ihre Optik möglicherweise einen besonders guten Effekt versprechen. 

Eine Spülung mit Leitungswasser ist abzulehnen. Dies trocknet die Schleimhaut aus und irritiert, da diese Lösung unnatürlich ist. Ebenso ist die Spülung mit Speisesalzlösung, die den Vorteil der ständigen Verfügbarkeit und des niedrigen Preises hätte, wegen des Gehaltes an für die Nase unerwünschten Inhaltsstoffen kritisch zu sehen. Empfohlen sind deshalb Salzlösungen, die speziell für die Therapie der akuten und chronischen Entzündungen abgestimmt sind, z.B. Lösungen mit Emser Salz und Emser Nasenspülsalz. 

Bisher (Dezember 2010) gibt es aus hochwertigen wissenschaftlichen Arbeiten keinen Hinweis, dass dauerhafte tägliche isotone Nasenspülbehandlungen die Gesundheit von Patienten nachteilig beeinflussen und zu häufigeren Infekten führen.

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© Prof. Dr. med. Rainer Weber